Schloß Langenburg

HERR, BLEIBE BEI UNS ...

Großes Crossover-Orgelkonzert und Vortrag über Langenburg vor 400 Jahren

Sonntag, 13. September 2026, 18–20 Uhr
Evangelische Stadtkirche Langenburg
Tag des offenen Denkmals | 800 Jahre Langenburg

Ein Satz auf einem fast 330 Jahre alten Epitaph führt mitten hinein in die Geschichte Langenburgs:

„Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden.“

Das Epitaph erinnert an den hohenlohischen Kanzleisekretär Johann Heinrich von Olnhausen (1623–1677) und seine Frau Magdalena Elisabeth. Ihre vier Kinder ließen es 1695 in der Stadtkirche zu Langenburg errichten.

Was bedeutete der Satz damals? Im Lukasevangelium bitten die Jünger von Emmaus einen Fremden, bei ihnen zu bleiben, weil der Abend hereinbricht. Erst später erkennen sie in ihm den auferstandenen Christus.

Im Dreißigjährigen Krieg bekommt die Bitte einen anderen Klang. Krieg, Pest, Hunger und Plünderungen bestimmen das Leben einer ganzen Generation. Nach der vernichtenden Niederlage der protestantischen Mächte bei Nördlingen 1634 gerät auch die kleine Herrschaft Hohenlohe-Langenburg in existentielle Gefahr. Die gräfliche Familie muss Langenburg verlassen.

Wer hält eine Herrschaft zusammen, wenn ihre Herrschaft flieht? Zurück bleiben Verwaltungsbeamte. An ihrer Spitze Kanzler Johann Christoph Assum, eng verbunden mit mehreren Generationen der Familie von Olnhausen. Assum reist trotz der Pestkrankheit seiner Frau in das kaiserliche Hauptquartier nach Frankfurt und erreicht, dass die Herrschaft der unmündigen Grafenkinder nicht eingezogen wird. Auf seiner Rückreise entgeht er nur deshalb einem tödlichen Überfall auf eine Rothenburger Delegation, weil er in Wertheim seine Tochter und seinen Schwiegersohn Georg Gabriel von Olnhausen besucht.

Der Vortrag von Gerd Ohlhauser folgt diesen Spuren und führt zugleich weiter zurück: zu den verwandtschaftlichen Verbindungen der von Olnhausen mit den Assums und den von Berlichingen und bis zu jenem frühen Heinrich, der in einer alten Überlieferung als „versuchter Reiter“ bezeichnet wird. Dabei geht es nicht um eine Ahnenliste. Es geht um die Frage: Auf welchem Fundament stehen wir?

Der Vortrag steht zwischen zwei Konzertblöcken des Organisten Bernhardt Brand-Hofmeister mit internationaler Klassik, Film- und Chartmusik. Musik und Vortrag sind aufeinander bezogen. Bereits der Auftakt mit „Abide with me – Bleib bei mir, Herr“ nimmt das Thema des Epitaphs auf. Nach dem Vortrag folgen Auszüge aus György Ligetis „Volumina“ – eine radikale Klangwelt und an diesem Abend zugleich musikalische Metapher für das Chaos des Dreißigjährigen Krieges.

Begrüßung und Einführung: Pfarrerin Elke Stephan
Orgel: Bernhardt Brand-Hofmeister
Vortrag: Gerd Ohlhauser

Neben der Öffentlichkeit werden Angehörige der Familien von Olnhausen und Ohlhauser aus Deutschland und dem Ausland erwartet.

Sie sind herzlich eingeladen. Eintritt frei.

Spenden für die Veranstaltung und die Außensanierung der Evangelischen Stadtkirche Langenburg sind willkommen.

Veranstalter: Evangelische Kirchengemeinde Langenburg

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